KIS’M Projekt

Im Projekt KIS’M (KI-basiertes System für vernetzte Mobilität) wurde ein KI-gestütztes Mobilitätssystem getestet, das die Herausforderungen des autonomen, fahrerlosen und bedarfsgerechten Betriebs in dynamisch wachsenden Stadtgebieten adressierte.
Die Erprobung fand auf dem Innovationscampus »Berlin TXL – Urban Tech Republic« und anschließend auf angrenzendem öffentlichem Straßenland statt. Autonome Shuttles transportierten dort Fahrgäste auf Abruf, ohne Begleitpersonal und mit Halten an virtuellen Haltestellen.
Ziel war es, durch die bessere Vernetzung von Fahrzeugen und Verkehrssteuerung Sicherheit und Effizienz auch in Mischsystemen zu erhöhen.
Digitale Prozesskette für verkehrsregelnde Daten
Im Rahmen von KIS’M wurde eine digitale Prozesskette zur Erfassung und Bereitstellung verkehrsregelnder Daten aufgebaut. Aus Crowd-/xFCD-Daten wurden Baustellen abgeleitet sowie Verkehrszeichen (physische Umsetzung verkehrsrechtlicher Anordnungen nach § 45 StVO) KI-basiert erkannt und über eine automatisierte Prozesskette bereitgestellt. Die Daten wurden in die Digitale Plattform Stadtverkehr (DPS) der Berliner Senatsverwaltung eingestellt – eine offene Mobilitätsdatenplattform mit standardisierten Schnittstellen, die dem Rechtsrahmen der IVS-Richtlinie (2010/40/EU, (EU) 2023/2661) unterliegt. Die Daten dienten der Verkehrsredaktion im Rahmen des Reallaborbetriebs zur Plausibilisierung des Ist-Zustands der Verkehrslage und zur Verifikation der amtlichen Datenbestände (Straßenmobiliar, Verkehrszeichen, Baustellen). Damit haben wir unmittelbar zur Digitalisierung und Datenbereitstellung im Bereich kommunaler Verkehrsregulierungen beigetragen.
Das Nachfolgevorhaben DiKAS führt diese Arbeiten fort und vertieft den Bezug zu verkehrsrechtlichen Anordnungen unmittelbar im Regelbetrieb: Kernbestandteil ist eine Funktionalität zum automatisierten Abgleich der genehmigten verkehrsrechtlichen Anordnungen (AO) der SenMVKU mit erfassten Realdaten (Änderungsdetektion). Erkannte Unstimmigkeiten (z. B. Baustelle in Anordnung, aber nicht vor Ort) werden über ein Web-Dashboard und definierte Schnittstellen (API) bereitgestellt, durch die zuständige Kontrollgruppe verifiziert und über einen Rückkanal in das behördliche Fachverfahren (VMS-Haller) zurückgeführt. Damit adressiert Fraunhofer FOKUS sowohl die Bereitstellung von Daten zu verkehrsrechtlichen Anordnungen als auch die digitalisierten Prozesse zur Anordnung und Ausführung von Verkehrsregulierungen im Sinne der IVS-Richtlinie.
Das Vorhaben wurde von der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz koordiniert und von führenden Forschungs- und Industriepartnern umgesetzt. Unterstützt wurde es vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) mit 9,53 Mio. € (Laufzeit 2022–2025).
Projektdetails
- Titel: KIS’M – KI-basiertes System für vernetzte Mobilität
- Koordination: Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU)
- Laufzeit: 01/2022 – 03/2025
- Budget FOKUS: 1.997 k€
- Gefördert durch: Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)