DiKAS

Digitale Kontrolle von Arbeitsstellen an Straßen

DiKAS

Ausgangslage

Das Land Berlin verfügt über eine hochgenaue digitale Karte des Straßenraums. Da die zugrunde liegenden Vermessungsdaten jedoch nur in größeren Zeitabständen aktualisiert werden, können Veränderungen im Straßenraum nicht immer zeitnah erfasst werden. Besonders bei Baustellen, Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen besteht Bedarf an aktuellen und kontinuierlich verfügbaren Informationen. Eine flächendeckende digitale Erfassung solcher Änderungen existiert bislang nicht.

Projektziel

Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben DiKAS (Digitale Kontrolle von Arbeitsstellen an Straßen) entwickelt und erprobt eine automatisierte Lösung zur kontinuierlichen Digitalisierung des Straßenraums. Grundlage ist eine vom Fraunhofer FOKUS entwickelte Smartphone-Anwendung, die während regulärer Fahrten straßenräumliche Daten erfassen kann. Im Rahmen eines Pilotbetriebs mit einer größeren Fahrzeugflotte soll die Technologie weiterentwickelt und unter realen Bedingungen getestet werden. Ziel ist es, Baustellen, Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen automatisiert zu erkennen und digitale Straßenkarten nahezu in Echtzeit zu aktualisieren.

Forschungsschwerpunkte

Im Mittelpunkt des Projekts stehen:

  • die Verbesserung der automatisierten Erkennung von Baustellen und Verkehrseinrichtungen,
  • die Entwicklung eines vollständig automatisierten und dauerhaft betreibbaren Erfassungsprozesses,
  • der digitale Abgleich erfasster Baustellen mit bestehenden Genehmigungen und Anordnungen.

Dadurch können unter anderem nicht genehmigte Baustellen, abgelaufene Maßnahmen und sogenannte „Schlafbaustellen“ frühzeitig erkannt werden.

Nutzen für Berlin

DiKAS schafft eine aktuellere Datengrundlage für Verwaltung und Verkehrsmanagement. Die gewonnenen Informationen können dazu beitragen:

  • die Baustellenüberwachung zu verbessern,
  • Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten,
  • die Durchsetzung von Vorschriften zu unterstützen,
  • die Zahl der „Schlafbaustellen“ zu reduzieren und
  • die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Vorteile der Lösung

Die Smartphone-basierte Datenerfassung bietet gegenüber klassischen Vermessungsverfahren entscheidende Vorteile:

  • keine zusätzliche Hardware erforderlich,
  • datenschutzkonforme Datenerhebung,
  • einfache Skalierung auf große Fahrzeugflotten,
  • kontinuierliche Erfassung großer Stadtgebiete im laufenden Betrieb.

Die Ergebnisse des Pilotbetriebs bilden die Grundlage für die Bewertung und mögliche spätere Einführung der Technologie im Regelbetrieb.

Datenschutz

Die in den Fahrzeugen der BVG montierten Smartphones sind von Fraunhofer mit einer App ausgestattet, die den Straßenverkehr filmt. Die App erkennt dabei Straßenmobiliar und andere verkehrsrelevante Objekte (z.B. Schilder, Ampeln, Richtungspfeile, Spurmarkierungen, Bordsteine und Parkplätze). Hierbei werden sehr kurzzeitig Bilder ausschließlich im Arbeitsspeicher des mobilen Endgerätes gehalten und nach der Verarbeitung sofort wieder aus dem Arbeitsspeicher verworfen. Es werden keine Bilder von Personen oder Kennzeichen und keine Tonaufnahmen dauerhaft gespeichert und ausgewertet.

Ausführliche Datenschutzinformationen